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 Ein bewegender Blick auf Mut, Verantwortung und gesellschaftliche Unterstützung

Filmabend des Tagesmütter e.V: „ACHTUNDZWANZIG – Der Weg entsteht im Gehen“

Der Tagesmütter e.V. Reutlingen präsentierte am 3. Dezember 2025 im Programmkino Kamino den neuen Dokumentarfilm „ACHTUNDZWANZIG – Der Weg entsteht im Gehen“. Die Regisseurin Cornelia Grünberg sowie Valentin Ögüt-Renaud, Sohn einer der Protagonistinnen, waren persönlich vor Ort und stellten sich im Anschluss an die Premiere den Fragen des Publikums. Der Film bildet den Abschluss einer außergewöhnlichen, über mehr als ein Jahrzehnt geführten Trilogie über vier junge Frauen, die bereits mit 14 Jahren Mütter wurden.

Grünberg nahm die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine intensive dokumentarische Reise, die sie 2012 mit „VIERZEHN – Erwachsen in neun Monaten“ begann und 2014 mit „ACHTZEHN – Wagnis Leben“ fortführte. Der neue Film knüpft an diese emotionale Tiefe an und zeigt, wie sich die Lebenswege der jungen Frauen und ihrer inzwischen jugendlichen Kinder entwickelt haben – geprägt von Mut, Verantwortung, familiärem Zusammenhalt und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens unter besonderen Umständen.

Besonders bewegend war die Anwesenheit von Fabienne Ögüt-Renauds Sohn, der im Film als Kind begleitet wurde und heute die Stärke seiner Mutter mit neuen Augen betrachtet: „Ich kann mir heute erst richtig vorstellen, was es bedeutet haben muss, so jung ein Kind großzuziehen.“ Seine Mutter ist inzwischen selbst eine erfolgreiche Tagesmutter im Landkreis Reutlingen – ein Beispiel dafür, wie unterstützende Netzwerke Perspektiven eröffnen können.

In einem Gespräch mit Tülay Schmid, Geschäftsführerin des Tagesmütter e.V. Reutlingen, sprach Grünberg offen über die gesellschaftlichen Hürden, mit denen die jungen Mütter konfrontiert waren: mangelnde Anerkennung, fehlende Unterstützung, Druck von außen. „Die institutionelle Verantwortung ist groß, aber das System unterstützt nicht ausreichend“, kritisierte die Regisseurin. Auch Pro Familia bestätigte diese Erfahrungen. In Fortbildungen zeige sich immer wieder, dass junge Mütter oft nicht gesehen würden – obwohl gerade sie besondere Unterstützung benötigten.

Der Abend machte deutlich, wie essenziell verlässliche Strukturen für junge Familien sind. Tülay Schmid betonte: „Jeder Mensch hat, unabhängig von seiner Lebenslage, Hoffnung und die Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu gehen.“ Der Tagesmütter e.V. leistet hierfür einen wichtigen Beitrag: Die Qualifizierung zur Tagesmutter ermöglicht insbesondere jungen Müttern, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren und ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Zum Abschluss richtete Grünberg einen eindringlichen Appell an Kommunen, Institutionen und die gesamte Gesellschaft:
„Verurteilt nicht, unterstützt. Jede und jeder kann etwas tun.“

Der Filmabend zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll es ist, Lebensgeschichten sichtbar zu machen – und wie stark Menschen sein können, wenn ihnen Mut, Vertrauen und echte Unterstützung entgegengebracht werden.

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